Manie: Ursachen und Behandlung

Wenn das Leben unter Strom steht

Die gute Stimmung nimmt extreme Ausmaße an und ist nicht situationsangemessen. Betroffene zeigen eine krankhafte Euphorie und eine gesteigerte Aktivität verbunden mit einem verminderten Schlafbedürfnis. Vor allem die Neigung zu Selbstüberschätzung und Hemmungslosigkeit lässt die Betroffenen in Situationen geraten, die sie in finanzielle, berufliche oder soziale Schwierigkeiten bringt. Stoßen die Betroffenen auf Unverständnis oder Ablehnung, reagieren sie häufig mit einer eher gereizten, manchmal rücksichtslosen und aggressiv aufbrausenden Haltung. Häufig erleiden Menschen mit einer Manie sowohl depressive als auch manische Krankheitsphasen (bipolare/manisch-depressive Störung).

Manche Manien gehen auch mit Realitätsverlust und oft bedrohlichen Wahnvorstellungen oder Halluzinationen einher. 

Symptome der Manie

  • Überaktivität
  • stark vermindertes Schlafbedürfnis
  • starker Rededrang
  • leichte Ablenkbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten
  • überhöhte Selbsteinschätzung, übertriebener Optimismus, Größenideen
  • enthemmtes Verhalten
  • Gereiztheit, aggressiv aufbrausendes Verhalten
  • in einigen Fällen Halluzinationen, Wahnentwicklung
Frau im Feld Seelische Gesundheit
Psychotherapie in Dortmund

Ursachen

Für die Entstehung einer Manie sind sowohl genetische, neurobiologische als auch psychologische Faktoren bedeutsam. Darüber hinaus spielen weitere Faktoren für die Auslösung der Erkrankung eine Rolle.

Als Auslöser kommen körperliche Faktoren, wie eine hormonelle Umstellung oder eine körperliche Erkrankung in Frage, ebenso wie psychosoziale Faktoren, z.B. Erlebnisse von schweren Enttäuschungen, Kränkungen, Verlusten, Trennungen und Überforderungen. 

BEHANDLUNG VON MANIE

Nach einer systematischen Diagnostik können wir die für Sie bestmögliche Therapie anbieten. Der Behandlungserfolg hängt wesentlich von der individuell abgestimmten Therapie ab.

Neben der psychotherapeutischen Begleitung wirkt sich auch eine medikamentöse Behandlung durch stimmungsstabilisierende Medikamente positiv aus. Im Rahmen der Psychotherapie lernen Betroffene erste Anzeichen bzw. Auslösesituationen einer manischen Episode selbst zu erkennen, stimulierende Reize zu meiden und mit einer akuten Krankheitsphase richtig umzugehen. Entscheidend ist ein strukturierter Tagesablauf und vor allem auch ein Schlafrhythmus.

Auch das Knüpfen eines engen sozialen Netzes ist entscheidend, um den Betroffenen eine Rückmeldung über Veränderungen der Persönlichkeit zeitnah zu ermöglichen.

Zitate von Betroffenen

„Ich konnte nicht schlafen und nicht essen, ich brauchte es gar nicht."
„Ich fühlte mich zu gut, um krank zu sein."
„Ich bin total verschuldet, Geldausgeben hatte keine Bedeutung für mich."
"Alles ist grell und laut und ich bin halt gut drauf.“
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Nehmen Sie Ihre seelische Gesundheit in die Hand!

Weitere Informationen

Da sich Betroffene häufig gar nicht krank fühlen, aber eine Schneise des Chaos hinter sich her ziehen, ist diese Erkrankung vor allem für die Angehörigen eine große Belastung. Im Umgang mit den Betroffenen sollten Sie Verständnis zeigen, dürfen aber auch klar sein und Grenzen ziehen. Machen Sie sich bewusst, dass es sich um eine Krankheit handelt. Um Konflikte und Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie sich über die Erkrankung aufklären lassen und sich eventuell selbst Unterstützung holen. Es ist belastend mit den widersprüchlichen Äußerungen und Verhaltensweisen, den Episoden und stark schwankenden Stimmungslagen umzugehen. Bestärken Sie die Betroffenen darin sich durch eine Therapie helfen zu lassen und sorgen Sie auch für sich.

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